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Mittwoch, 11. Juli 2012

Facebook: Die mitgliederstärksten Markenfanpages

1'250 Weltmarken - darunter die Top500-Marken gemäss der jährlichen Publikation durch Brand Finance - haben wir hinsichtlich ihrer Aktivitäten auf Facebook untersucht. Eine Zusammenfassung der Resultate finden Sie in diesem Blogbeitrag, eine Übersicht der 100 mitgliederstärksten Facebook-Markenfanpages finden Sie als Infografik auf unserer Website.


Die mitgliederstärksten Markenfanpages: Facebook, YouTube, Coca Cola


Mit über 69 Millionen Fans ist der Auftritt von Facebook die beliebteste Markenfanpage, gefolgt von YouTube (60,5 Millionen) und Coca Cola (43.7 Millionen). Auch auf den Rängen 4 bis 7 folgen mit Disney, MTV, Converse und Starbucks alles US-amerikanische Marken. Mit Red Bull rangiert auf Rang 8 (28.7 Millionen) die erste nicht-amerikanische Marke. Nach Oreo (USA) folgt mit PlayStation (23.6 Millionen) der erste japanische Brand auf Rang 10.
Innerhalb der 100 mitgliederstärksten Auftritte finden sich 63 amerikanische Marken. Italien weist dank den Auftritten der Ferrero-Gruppe (Ferrero Rocher, Nutella, Kinder Surprise, Kinder Bueno), den Modemarken (Gucci, Dolce & Gabbana, Armani) sowie den Nobelautomarken (Ferrari, Lamborghini) mit neun Marken am zweitmeisten Brands auf, gefolgt von Deutschland (Sportausrüster und Automarken) mit acht Marken. Die Top100-Marken stammen aus insgesamt zehn Ländern. Neben den drei bereits aufgeführten Ländern stammen sie aus Japan (6), Grossbritannien und Frankreich (beide 4), Spanien (2) sowie Österreich, Kanada und Schweden (je 1).


Abb.: Übersicht der Branchenzugehörigkeit der Top100-Facebook-Markenauftritte

Auch hinsichtlich der Branchen zeigt sich eine enge Konzentration. Mit 25 Auftritten innerhalb der Top100 zeigen sich Produkte aus dem FMCG-Bereich als besonders erfolgreich, gefolgt von Modelabels (17 Brands), Electronics (11), Franchiseketten im Gastrobereich (10), Automarken (7) sowie Sportausrüster (6). Im Vorjahresvergleich fällt auf, dass die Sport Equipment-Brands ein rund doppelt so hohes durchschnittliches Wachstum (rund 46%) im Vergleich zu den übrigen Branchen erzielten, was wohl auf die im Zusammenhang mit der Eventdichte (Fussball EM, Olympiade, etc.) und den damit einhergehenden Marketingaktivitäten und Medienberichten zurückzuführen ist. In den Top100-Fanpages finden sich insgesamt 14 Branchen.

Mit je fünf Platzierungen innerhalb der Top100 weisen die Vertreter des Web1.0 gleich viele Marken auf, wie jene des Web2.0. Anders sieht der Vergleich der Fanzahlen aus: Hier weisen die fünf Social Media-Marken (Facebook, YouTube, Skype, Twitter und Badoo) mit insgesamt 155.4 Millionen fast vier Mal soviele Fans wie die Web1.0-Marken (41.7 Millionen) auf.


Viralität: 1 bis 2% sprechen über die Marken


Abb.: Viralität der Markenauftritte

Der Durchschnittswert der Viralität - dem Verhältnis der Anzahl Personen, die über die Marke sprechen zur Gesamtzahl der Fans - bei den 100 mitgliederstärksten Markenfanpages beträgt 1.5%.  Die Grafik zeigt dabei die grossen Unterschiede zwischen den einzelnen Marken. Eine klare Cluster-Unterscheidung zum Beispiel hinsichtlich der Branchenzugehörigkeit (z.B. Autos, FMCG, etc.) oder des Markenursprunglandes zeigt die Untersuchung keine: Wie stark über eine Marke gesprochen wird, ist in erster Linie von der jeweiligen Marke bzw. den Aktivitäten der Communityverantwortlichen der jeweiligen Marke abhängig. Trotz dieser Grundregel lassen sich zwei Tendenzen erkennen:

1. Höherwertige und komplexere Produkte weisen eine höhere Viralität auf.
2. Mit zunehmender Fanzahl nimmt die relative Viralität ab.

FMCG-Produkte weisen im Vergleich zu den anderen Bereichen eine sehr hohe Anzahl Marken innerhalb der 100 mitgliederstärksten Brands auf. Anders sieht es aus, vergleicht man das Viralitätsratio (Anzahl Personen, die über eine Marke sprechen : Markenfans). Hier zeigen die FMCG-Marken eher tiefere Werte, während komplexere Produkte wie z.B. Autos, Electronics sowie Internet-/Software-Produkte eher höhere Werte ausweisen. Es scheint, dass die FMCG-Marken aufgrund der hohen Marktpenetration und den damit einhergehenden Marketingaktivitäten zwar vereinfacht Fans gewinnen können, auf der anderen Seite der Austausch von Erfahrungen und Erlebnissen sowie das Bedürfnis nach zusätzlichen Informationen über das Produkt geringer sind.

Donnerstag, 21. Juni 2012

140 Zeichen für einen Sieg

von Stefan Schär

Kaum zu glauben, aber doch wahr: Mit 140 Zeichen lassen sich Geschichten erzählen. Manche sagen: Bessere als mit 1'000 Seiten. Die mögen recht haben. Denn Platz alleine war noch nie die Grundlage für spannende Unterhaltung. Trotzdem, es erscheint eher mühsam Krieg und Frieden auf Twitter zu lesen - selbst als Kurzform. Da kommt das Medium an seine Grenzen. Auf der anderen Seite: Wer in einem Twitter-Satz mehr als fünf Fehler schreibt, wird sich wohl an einer A4-Seite die Zähne ausbeissen. Und sowieso: 1:0 gewonnen! braucht nicht einmal 140-Zeichen und trotzdem ist alles gesagt: Das Resultat, die Freude und meistens auch, dass man erst viel später nach Hause gehen wird.

Die Kunst des Twitterns ist also die Reduktion. Die Konzentration auf das Wesentliche, das Weglassen, was es nicht braucht. Manchmal auch den ganzen Tweet. Denn auch bei 140 Zeichen gilt: Nicht alles was Platz hat, verdient sich einen Platz im Leben der anderen. Da gilt es abzuwägen, zu überdenken, sich in die Situation der anderen einzudenken und wegzulassen, wo Zweifel besteht.

Irrschwätzer haben keinen Platz. Zumindest nicht auf die Dauer. Weder im wahren Leben noch auf irgendeiner Plattform - denn schliesslich gilt: Content is King. Die Maxime ist also klar: Nur schreiben, wenn man wirklich 'was zu sagen hat. Und ja: Das ist schwierig - aber auch spannend und bringt einem persönlich weiter. Weil man Wichtiges von Unwichtigem zu trennen beginnt. Und das hilft immer.

Aber was ist wichtig, was newswertig, was ist Überfluss und was grottenschlecht? Gute Frage! "Kommt auf die Follower an" ist vermutlich die richtige Antwort. "Und auf den Sender", die vermutlich notwendige Ergänzung. Dass die Kaffeemaschine neu einen roten statt wie bis anhin einen grauen Knopf hat, mag wohl kaum die Leidenschaft der grossen Mehrheit zu befeuern. Möchte man meinen.

Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Einer hat es vorgemacht. Ein Dauer-Twitterer im positiven Sinne. Einer, der gefühlt in tausendundeinem Tweet pro Tag seine subjektiven Eindrücke aus seinem Leben berichtet und seine Follower an allem Teil haben lässt. Über dreissig Personen haben diesen Tweet retweetet. Irgendwie musste er - der Tweet - also wichtig sein. So wichtig, dass er es schliesslich sogar in diesen Blog geschafft hat.

Das ist aber eher zufällig und definitiv nicht der Fall, wenn der Sender der Kaffeemaschinenbauer selber gewesen wäre. Als Teil einer Lebensgeschichte vermochte der Tweet also bestehen, als einzelne Botschaft aber fiele er tief. Schliesslich macht der Kontext den Content erst zu dem, was er ist: Zum König.

Donnerstag, 7. Juni 2012

Facebook IPO: Sprungbrett oder Stolperstein?

von Stefan Schär

Vor und seit dem IPO wurde vieles geschrieben über Facebook, über die Unternehmensbewertung und enttäuschte Erwartungen. Diese Überlegungen greifen zu kurz, weil sie sich lediglich auf den Aktienkurs fokussieren anstatt auf das Geschäftsmodell. Das ist nicht aussergewöhnlich, schliesslich ist das Ziel jeder Investition die Rentabilität. Genau diese Sachlage könnte für Facebook zum Stolperstein werden. Warum also überhaupt das IPO-Risiko?

Der Erfolg von Facebook war nie geplant – ein Schicksal der meisten erfolgreichen Erfindungen und Entwicklungen. Der Erfolg von Facebook hat sich im Grunde genommen ergeben. Zumindest zu Beginn. Der Facebook-Boom wurde getrieben vom Bedürfnis Jugendlicher, mit möglichst vielen Personen in Kontakt zu treten und sich auszutauschen. Der Umgang mit dem neuen Medium, den Persönlichkeitsrechten, Bildern und Informationen war zu Beginn ungezwungener als heute; im Nachhinein betrachtet, muss man den damaligen Umgang geradezu als naiv bezeichnen. In der Zwischenzeit ist nicht nur Facebook älter geworden, sondern auch seine Nutzer. Die Zeiten, in der man für alle zugänglich die wildesten Partybilder hochlud und mit entsprechenden Texten anreicherte, sind vorbei. Mit der Erschliessung der ü25-Generationen ging die Underground-Ära, seine wilde Ursprungszeit also, verloren und tauchte gleichzeitig in eine neue Entwicklungsphase ein, dem Beginn der Kommerzialisierung.

DER Hotspot schlechthin
Befeuert von der neuen Möglichkeit, einfach und rasch mit der ganzen Welt in Kontakt zu treten, begann Facebook seinen Siegeszug. Zusätzlich angeheizt durch eine fortlaufende Berichterstattung in den traditionellen Medien, gelang es Facebook, sich als zentraler Treffpunkt im Internet zu etablieren: Wer mit seinen Freunden und potenziell interessanten Menschen in Kontakt treten wollte, musste sich auf Facebook einloggen.

Die Zahlen belegen diese Entwicklung eindrücklich. National wie international. Im November 2007 verzeichnete Facebook in der Schweiz gerade einmal 165'000 Mitglieder, ein Jahr später bereits waren es 1 Million, Ende Mai 2012 sind es mittlerweile knapp 3 Millionen, was knapp 40 Prozent der in der Schweiz lebhaften Bevölkerung entspricht.

Aus heutiger Sicht, kann sich Facebook hinsichtlich seines zukünftigen Erfolges nur selber schlagen. Zumindest in der westlich orientierten Hemisphäre. Eine andere Ausgangslage zeigt sich in China und Russland. Als zentrale Erfolgsfaktoren eines sozialen Netzwerkes, um die notwendige Mitgliederzahl zu erreichen, hat sich ein grosses Einzugsgebiet einer einheitlichen Sprache, Kultur und Geschichte erwiesen. Voraussetzungen, welche die anderen zwei kulturellen Weltmächte China und Russland erfüllen. Verstärkt wird dieser Umstand – zumindest in China – durch eine protektionistische Haltung, der Einschränkung der Verfügbarkeit von Facebook im eigenen Hoheitsgebiet.

Wer geht schon mit seinen Eltern und Grosseltern in den Ausgang?
Der grosse Erfolg von Facebook bei den unter 20-jährigen und der unablässigen Berichterstattung über das neue Medium führte dazu, dass mehr und mehr ältere Personen sich ebenfalls für das Medium zu interessieren begannen. Manche, um auch dazu zu gehören, einige um zu sehen, was die eigenen Kinder auf diesem Medium treiben, andere weil sie die Vorteile entdeckten, auf einfache Art und Weise mit ihren Kindern und Grosskindern, unabhängig der Distanz und Tageszeit, auch nach dem Auszug von zu Hause in Kontakt zu bleiben. Viele davon entdeckten dabei die Vorteile, sich auch mit Personen der eigenen Generation austauschen zu können.

Heute macht die Gruppe der unter 20-jährigen Facebook-Nutzer in der Schweiz noch rund 19% aus, die Hauptgruppe ist jene der 20- bis 29-jährigen mit einem Anteil von 32%, während es die über 60-jährigen auf 5% bringen. Interessant ist, dass bei der Altergruppe der unter 20-jährigen nurmehr ein sehr begrenztes Wachstum möglich ist, d.h. nahezu jeder in dieser Altersgruppe, der an einem sozialen Netzwerk interessiert ist und Zugang zum Internet hat, ist bereits bei Facebook. Anders sieht es bei den Altersgruppen der über 40-jährigen aus. In diesem Segment ist das Wachstumspotenzial und die Wachstumsdynamik am grössten. Das Segment der über 60-jährigen Personen etwa verzeichnete zwischen Januar und April dieses Jahres einen Zuwachs von 21%. Facebook hat sich definitiv vom Jugend- zum Allgemeinmedium entwickelt.

Genau in dieser Entwicklung steckt ebenso ein zentrales Risiko, als auch eine zentrale Chance für Facebook. Als zentrale Chance ist das dynamische Wachstum der vermögens- und einkommensstärksten Alterssegmente anzusehen und der damit einhergehenden Akzeptanz des Mediums in der Gesamtbevölkerung. Insbesondere der bislang in der Schweiz praktisch inaktive Finanzsektor wird sich dieser Entwicklung auf Dauer nicht entziehen können.

Als zentrales Risiko auf der anderen Seite ist der verloren gegangene Zufluchtsort der jungen Generation. Die Kaufkraft dieser Generation vermag zwar mit jener der neu eintretenden Generationen nicht mitzuhalten. Der jungen Generation kommt jedoch als Wegbeschreiter und primären Dynamisierungskraft zukünftiger Entwicklungen auch weiterhin eine zentrale Rolle zu. Mehr und mehr ist in diesem Alterssegment allerdings die Frage zu hören: „Wer geht schon mit seinen Eltern in den Ausgang?“. Auch wenn diese Frage vorerst nur scherzhaft gemeint ist, so lässt sie doch aufhorchen. Wie lange ist diese Altersgruppe bereit, sich durch ihre Eltern in die Karten ihres Freundeskreises zu schauen? Facebook hat vor einiger Zeit die Problematik erkannt, dass nicht alles, was nicht für alle bestimmt ist, von allen auch mitbekommen werden sollte, und hat das von Diaspora und Google+ initiierte Konzept der differenten Lebensgruppen adaptiert. Ob dies auf die Dauer reicht, wird sich weisen.

Der Kampf um die Werbemilliarden
Google ist seit einigen Jahren im Internet das Mass aller Dinge. Kein anderes Unternehmen vermochte das Web 1.0 derart für sich einzunehmen wie Google. Und kein anderes Unternehmen vermochte aus dem Internet derart Kapital zu schöpfen: Rund 25 Milliarden Dollar pro Jahr. Als Hauptquelle von Google’s Geschäftsmodell dient dabei die immense Datenmenge, welche das Unternehmen mit seiner Suchmaschine und anderen Applikationen generiert. Die Kunst, Werbung dann aufzuschalten, wenn das Bedürfnis des jeweiligen Nutzers latent ist, erwies sich als Eldorado.

So gut jedoch Google die Web 1.0-Technologie für seine Bedürfnisse einzusetzen vermag, so sind die Web 1.0-Daten denjenigen des Web 2.0 und damit der Facebook-Welt unterlegen. Wohin die Reise geht, sind sich Google und Facebook einig: Jenes Unternehmen, welches die umfangreicheren und qualitativ hochwertigeren Nutzerdaten besitzt, wird zukünftig den Löwenanteil der Werbeetats für sich gewinnen. Google erkannte die Veränderungsdynamik früh und lancierte ein soziales Netzwerk nach dem anderen. Ein spektakulärer Fehlschlag reihte sich an den anderen. Mit Google+ versuchte der Konzern auf ein neues, den Rückstand gegenüber Facebook zumindest teilweise wett zu machen. Bis anhin, mit sehr bescheidenem Erfolg.

Für Facebook wiederum ist der Anteil der Webnutzung das zentrale Erfolgskriterium im Kampf mit Google. Gelingt es Facebook, sämtliche relevanten Nutzungen des Webs auf sich zu vereinen, so ist ein Ausbrechen aus der Facebook-Welt für die Anwender nicht mehr nötig.

Die alles entscheidende Frage
Mit dem Beginn der Kommerzialisierung und der Lancierung von Unternehmens-Likepages trat Facebook bereits vor wenigen Jahren in eine neue Entwicklungsphase ein. Mit dem Gang an die Börse wurde jedoch eine noch nie dagewesene Veränderungsphase betreten, deren Entwicklung noch niemand abschätzen kann. Bislang wurde Facebook mit dem Gründer Mark Zuckerberg gleichgesetzt: Einem schrulligen Nerd, der es geschafft hat und dem genau aus diesem Grund manches verziehen wurde, was Grosskonzernen das Genick gebrochen hätte. Mit dem IPO riskiert Facebook jedoch, diesen Nimbus zu verlieren. Je lauter die Schreie enttäuschter Anleger und Investoren nach höheren Aktienkursen werden, umso stärker wird Facebook als Spielball gieriger Finanzhaie wahr genommen und nicht mehr als Husarenstück eines jungen Entwicklers, der gefühlsmässig der Nachbarsjunge sein könnte. Das verändert die Sicht der Dinge und damit die Einschätzung dessen, was Facebook tut, macht und sagt massgeblich. Occupy-Wall-Street lässt grüssen.

Neben der sich verändernden Reputation bringt der IPO einen zweiten, fundamentalen Wechsel hervor: Den zusätzlichen Druck auf die Erschliessung neuer Ertragsquellen. Das Geschäftsmodell von Facebook umfasst drei Kerngruppen: Privatpersonen, Unternehmen und Facebook selber. Die Rollen waren klar verteilt: Privatpersonen waren Teil des Produktes, Unternehmen kamen in den Genuss interessanter, kostenloser Dienstleistungen wie z.B. den Likepages und der Publikation ihrer Posts im Newsfeed der Personen, die den Unternehmensauftritt geliked hatten. Die Haupteinnahmequelle von Facebook war bis anhin die Schaltung von Werbebanner, welche durch Unternehmen geschalten wurden. Zweck der Werbebanner war die Bewerbung der unternehmenseigenen Facebook-Likepages oder Internetauftritte ausserhalb von Facebook.

Seit anfangs Juni 2012 besteht für Unternehmen neu die Möglichkeit, ausgewählte Posts zusätzlich zu bewerben. Beworbene Posts werden in der Community im Newsfeed höher gewichtet und damit prominent platziert. Mit dieser Werbemöglichkeit wird die sogenannte EdgeRank-Variable ausser Kraft gesetzt. Facebook führte vor einiger Zeit einen Algorithmus – den sogenannten EdgeRank – ein, um Content hinsichtlich seiner Relevanz zu trennen. Durch diese Funktion wurde für den jeweiligen Nutzer nurmehr jener Content seiner gelikten Unternehmensseiten im Newsfeed prominent angezeigt, welcher aufgrund seiner Affinität zu den Themen dieser Seiten als relevant eingestuft wurde.

Mit der neuen Bewerbungsmöglichkeit ist es Unternehmen nun möglich, Content mit geringer Relevanz für den Nutzer prominent im Newsfeed anzuzeigen. Nutzer müssen damit rechnen, zukünftig auf eine zunehmende Anzahl Werbebotschaften in ihrem Newsfeed zu stossen. Aber auch aus der Sicht der Unternehmen stellt die neue Werbeform nicht ungeteilt einen Mehrwert dar, sondern wird von vielen als eine zusätzliche Abschöpfung empfunden. Entsprechend fielen die Kommentare auf die Einführung der neuen Werbemöglichkeit aus. Die Sprecherin von PoliticalPlot.com meinte stellvertretend für viele Unternehmen: "Unsere Facebookseite zählt über 13'600 Likes. Für die meisten davon haben wir via Facebook-Bannerwerbung bezahlt. Seit der Einführung der Möglichkeit, Posts zu bewerben, mussten wir einen klaren Rückgang der Reaktionen auf unsere – nicht beworbenen – Posts feststellen. Von ursprünglich 100 bis 350 Rückmeldungen je Post vor der Einführung, sind es nunmehr lediglich 4 bis 40 Rückmeldungen. Es ist zu vermuten, dass Facebook den Zugang zu unserer Community via des Newsfeeds beschnitten hat, um die neue Post-Bewerbungsmöglichkeit zu forcieren."

Die Erfahrung zeigt, dass Facebook durchaus auf die Reaktion der Nutzer und Unternehmen hört und je nach Erfolg einer neu lancierten Leistung Anpassungen vornimmt. Dieses Beispiel zeigt jedoch klar, wie ernst es Facebook mit der Erschliessung neuer Einnahmequellen ist.  Eine Strategie, welche aus unternehmerischer Sicht durchaus vertretbar ist. Entscheidend wird sein, ob es Facebook gelingt, die Schmerzgrenze der Kommerzialisierung der Kerngruppen Privatpersonen und Unternehmen nicht zu überschreiten. Wo diese liegt, ist kaum vorherzusagen; sie liegt im individuellen Empfinden jedes einzelnen Nutzers bzw. Unternehmens. Wie bei allen Massenphänomenen ist jedoch nicht die individuelle sondern die kollektive Schwelle entscheidend. Ein Überschreiten dieser Grenze führt zu einer Verhaltensänderung der Gesamtheit der Nutzer, was eine Abwanderung im grossen Stil mit sich ziehen könnte. Ist eine derartige Abwanderung Realität, so kann sie kaum mehr aufgehalten werden, wie die Beispiele von mySpace und Co. eindrücklich zeigen.

Zeitpunkt für neue Netzwerke
Ob mit dem IPO der Zeitpunkt für neue Netzwerke eingeläutet wurde, ist noch nicht zu beantworten. Facebook wird sich der Risiken, die mit dem IPO einhergehen, bewusst sein. Entscheidend wird somit sein, wie es Facebook gelingt, mit den Risiken umzugehen und wie konsequent die Umsetzung der Kernstrategie - insbesondere der Ausbau im Mobilebereich - vorangetrieben werden kann. Trotzdem, es scheint, als ob die Chancen für neue Netzwerke noch nie so gut standen, erfolgreich zu werden, wie jetzt.








Mittwoch, 21. September 2011

Award Social Media - Vor der Preisverleihung

Projekte sind am schönsten, wenn man sie erfolgreich abschliessen kann. Wer von Euch kennt und liebt nicht das Gefühl, zurück zu blicken und zufrieden zu sich sagen zu können: Das war jetzt wirklich gut.

Vergessen sind in diesem Moment, die Diskussionen, Überstunden, die Momente, bei denen man nach Lösungen suchen musste, für Probleme, die man nie und nimmer erwartet hätte. Ruhe herrscht, in sich und um sich herum. Zumindest während diesem einen kurzen Moment, bis man wieder in die Hektik stösst und die Kraft des Moments für das nächste Projekt nutzt.

Vor einem Jahr haben wir zusammen mit dem Organisator des Award Corporate Communications die Idee geboren, einen Award für Social Media-Kampagnen ins Leben zu rufen. Ein Novum zu jener Zeit. Und bei allem was neu ist, stellte sich die Frage, ob die Zeit dafür bereits reif sei. Wir waren der Meinung: Ja, ist sie. Und es zeigte sich: Ja, sie ist es.

Wir haben mit diesem Preis Neuland betreten, haben die Community zum Experten gemacht, anstatt eine Fachjury zu bestimmen. Weil wir der Überzeugung waren und sind: Alles andere widerspricht dem Kerngedanken von Social Media. Und die Community hat uns unser Vertrauen zurück gegeben. In einem Mass, wie wir es nicht erwartet haben, nicht im ersten Jahr. Selbst die Ziele für das zweite Jahr wurden übertroffen: 46 Kampagnen wurden zur Wahl eingereicht, Kampagnen von hervorragender Qualität und mehr als 8'400 Personen haben sich an der Wahl der besten Kampagne 2011 beteiligt.

Dafür bedanken wir uns herzlich.

Morgen Donnerstag findet als Höhepunkt die Preisverleihung statt. Tausend und eine Sache mussten organisiert, koordiniert und abgewickelt werden: Gewinner informieren, Einladungen verschicken, Präsentationen erstellen, pfiffige Interviews vorbereiten und und und. Mittlerweile ist alles erledigt. Und wir haben den einen Moment uns zu freuen. Wir freuen uns für die Gewinner und für Euer Vertrauen, dass Ihr, die Wahlcommunity uns mit der Teilnahme gegeben habt.

Wer Lust und Zeit hat morgen dabei zu sein: Hier gehts zur Anmeldung und wer Lust hat, den Event auf Twitter mitzuverfolgen hier der Hashtag #AwCC11


Montag, 21. Februar 2011

Das Gesamtwachstum aller 35 Länder der G8, EU27 und EFTA betrug während dem Januar 2011 1.8 Prozent. Die einzelnen Länder wiesen jedoch ausserordentlich stark divergierende Entwicklungen aus: Manche Länder wiesen zweistellige Zuwachs-, andere zweistellige Schrumpfungsraten aus. Hinter diesen Entwicklungen standen primär drei Ursachen: Wachstum zu Lasten von anderen Social Networking Plattformen, ein statistischer Effekt bei Ländern mit vergleichsweise geringer Marktpenetration sowie saisonale Effekte.

Entwicklung im deutschsprachigen Raum: Deutschland wies erneut ein sehr starkes Wachstum aus. Österreich entwickelte sich ebenfalls positiv, während die Schweiz und Liechtenstein - saisonal bedingt - geringere Werte auswies.

Die Publikation zeigt die Entwicklung in insgesamt 35 Länder und Wirtschaftsgruppen (EU27, EU15, EFTA und G8) in Form von Grafiken, Tabellen und Erläuterungen auf.
Publikationsdownload hier klicken: Publikation Facebook - Die Schweiz im Vergleich

Donnerstag, 10. Februar 2011

Facebook: Sonderfall Schweiz

Im Januar 2011 wuchs Facebook weltweit um nahezu sechs Prozent. Die Anzahl der aktiven Mitglieder schrumpfte in der Schweiz während der gleichen Zeit um über fünf Prozent. Warum? Die Publikation von Social Media Schweiz beantwortet diese Frage und gibt einen vertieften Einblick in die demografische Entwicklung.

Publikation Facebook - Die Schweiz in Zahlen: www.socialmediaschweiz.ch

Donnerstag, 6. Januar 2011

Die 11 Social Media Megatrends 2011 im Überblick

Welche Trends werden 2011 für Schlagzeilen sorgen, mit welchen Veränderungen in den Social Media Bereichen ist zu rechnen? Welchen Einfluss haben Smartphones, Local based Services und Livestreaming? Was bedeuten die Entwicklungen für die traditionellen Printmedien und das Fernsehen? Welches ist der nächste Schritt von Social Media nach erfolgreicher Einbindung in die Unternehmenskommunikation?

Wir haben uns hin gesetzt und haben diese und andere Fragen beantwortet.

Die 11 Megatrends in der Übersicht: www.socialmediaschweiz.ch.